Text: Sonja Kaute; Fotos: Sonja Kaute / Reinhold Buchner (Züge)
Etzenricht/Weiden. Dampfloks bringen Reinhold Buchner zum Schwärmen: „Der Dampf wird durch Feuer und Wasser erzeugt, es riecht nach Öl, Feuer und Schwefel, und man sieht die Bewegung der Treibachsen. Das ist das Nonplusultra.“
Seine Bilder zeigen Loks, die durch Baumreihen fahren, Dampfloks an den Bahnhöfen in Vilseck, Freihung und Neustadt/WN. Diesel- und Elektrozüge unzähliger Baureihen fahren über Brücken, im Abendlicht oder durch Winterlandschaft. „Mein Traumfoto wäre eine Dampflok im Schnee, wo die Lok vorne vereist ist und wo die Sonne scheint.“ So ein Foto gibt es in seiner rund zwei Terabyte umfassenden Sammlung bisher nicht.
„Angefangen hat das schon als Kind, beim Besuch der Großeltern. Dort habe ich aus dem Fenster ein Flügelsignal gesehen. Wenn es angezeigt hat, dass ein Zug kommt, bin ich schnell runter und hab mir den angeschaut.“ Als der Postbote dem Großvater einen Waggon für die Modelleisenbahn liefert, verstärkt dies die Faszination für Züge. Heute ist Buchner zweiter Vorstand bei den Eisenbahnfreunden IC 90.
„Als ich älter war, habe ich Geld gespart und mir einen Fotoapparat gekauft. Das war zur Zeit der Dampfzüge. Meine Fotos waren eher schlecht als recht, denn ich hatte noch keine Ahnung von Fotografie.“ Sichtbar wird auf Buchners Bildern nicht nur die Geschichte der Bahntechnik, sondern auch die der Fotografie. Alte Schwarz-Weiß-Drucke zeigen Züge aus längst vergangenen Zeiten.
„Der Standort muss gut sein, die Sonne muss von der Seite auf den Zug scheinen und die Belichtungszeit muss kurz sein“, lauten die Tipps des Etzenrichters für gute Bilder. Außerdem sollten die Züge tunlichst in voller Länge zu sehen sein, bei Dampfloks muss die Rauchsäule aufs Foto, Bäume, Sträucher, Stromleitungen und Masten dürfen die Loks nicht optisch durchschneiden. „Mastbruch erleiden“ nennt Reinhold Buchner das.
Um perfekte Bilder zu schießen, ist Planung und Geduld vonnöten. „Normal bin ich 30 Minuten vor der Zeit am Standort und hoffe, dass der Zug pünktlich kommt.“ In besonderen Fällen können durchaus mehrere Stunden Wartezeit zustande kommen: Wenn beispielsweise an einer Dampflok etwas nicht passt, hat erst einmal der Güterverkehr Vorrang. Bei der Vorbereitung helfen Websites, Apps zu Fahrplänen und zum Sonnenstand sowie Whatsapp-Gruppen, in denen sich die Zugliebhaber gegenseitig informieren. „Im Sommer bin ich jeden Tag mit meinem Roller unterwegs. Damit kann ich fast überall parken.“ 5.000 Kilometer legt Buchner damit pro Jahr zurück. „4.000 davon für die Züge.“
Manchmal dreht der ehemalige Zerspannungsmechaniker bei BHS Zug-Videos. Auch wegen der Geräusche. „Wenn der Lokführer eine Dampflok richtig beschleunigt, da bekommt man Gänsehaut-Feeling!“ Seine Begeisterung hat auch Ehefrau Edeltraud angesteckt. „Früher sind unsere drei Kinder und ich mitgefahren. Die Kinder waren ganz verrückt nach Eisenbahn. Wenn es viel geschneit hat und die Dampfloks sind da durchgefahren - sowas Schönes!“ „Mein Hobby hält mich jung und fit“, erzählt Buchner. „Wegen der frischen Luft, der Bewegung und der Entspannung beim Warten auf die Züge.“
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